#1   Montag, 13. Januar (Daniel 1:1-18)

Die Geschichte von Daniel beginnt mit einer eher schwierigen Situation: Der junge Mann aus der wohlhabenden jüdischen Oberschicht wird aus seiner Heimat Juda nach Babylon verschleppt. Nun soll er als Sklave am Hof von König Nebukadnezar dienen. Von einer freiwilligen Entscheidung kann da kaum gesprochen werden. Dennoch bittet Daniel seinen Aufseher, auf bestimmte Esswaren verzichten zu dürfen, um seine koschere Ernährung beizubehalten. Damit zeigt er, dass er nicht einfach klein beigeben will. Angesichts der Grösse und der Macht des neubabylonischen Reichs zeugt Daniel viel Mut und Entschlossenheit. Das Ischtar-Tor im Pergamon-Museum in Berlin zeugt davon, von was für einer Macht das Königreich Juda verschluckt wurde: Das Tor war riesig für seine Zeit und muss für Kriegsgefangene sehr imposant gewesen sein.

Action Step

Idee: Beginne ein 20-20-Fasten-Tagebuch wo du deine Gedanken zum Text, zu Gottes Reden und/oder deine Antworten zu den Fragen schriftlich festhalten kannst. Du wirst staunen wie deine Erfahrung von Gottes Wirken plötzlich viel konkreter und bewusster wird. Bereit? Wo willst du in der nächsten Zeit mehr Entschlossenheit leben? Halte dies schriftlich fest und rede mit jemandem darüber. Schreibe auch konkrete Schritte auf, wie du an der Sache dran bleiben kannst und überlege zum Voraus, was die helfen könnte standhaft zu bleiben, wenn Menschen oder Gefühle dich davon abbringen wollen.   

                   

#2    Dienstag, 14. Januar (Daniel 1:9-21)

Daniels Vorhaben gelingt: Er darf sich so ernähren, wie er es sich gewünscht hat und am Ende sehen er und seine Freunde sogar gesünder aus als die anderen Kandidaten. Hier wird Daniels Entschlossenheit belohnt. Es brauchte Daniels Mut, aber eben auch die Gunst Gottes, dass es klappte. Auch wenn wir nicht für jedes Problem unseres Lebens solche Gunst erfahren, dürfen wir wissen: Gott ist uns grundsätzlich wohlgesonnen.

Action Step

Wo hast du in letzter Zeit Gottes Gunst konkret erlebt? Schreibe ein paar auf Erlebnisse auf und sende sie dir selbst und einer anderen Person zu (z.B. per Mail). Die vergangenen Erfahrungen werden dich (und die andere Person) ermutigen für neue Gunst zu glauben.

 

#3    Mittwoch, 15. Januar (Daniel 2:1-23)

Da hat Daniel die Gunst Gottes erfahren – und nun steht er in Lebensgefahr. Wer gestern versucht war zu denken, Daniel schwebe nur noch auf einer Happy-End-Segenswolke, der täuscht sich. Da herrscht ein ziemliches Auf und Ab. In vorliegendem Fall liegt wenig in Daniels Hand. Ganz eindeutig geschehen hier Dinge, auf die Daniel keinen Einfluss hat, wie z.B. auf die Träume des Königs. Auch in unser Leben platzen manchmal Dinge herein, die wir nie bestellt haben. Politische Wahlen verlaufen anders, als wir es uns wünschen oder wir erhalten schwerwiegende Berichte vom Arzt oder der Chefetage. Wir sind eben nicht immun gegen Geschehnisse dieser Welt. Das anzuerkennen kann ungemein erleichternd sein. Es heisst noch lange nicht, dass wir hilflos sind.

Action Step

Wie reagierst du tendenziell auf Unveränderliches? Versinkst du im Selbstmitleid? Kämpfst du mit allen Mitteln (auch geistlich) dagegen an? Wischst du sie einfach unter den Teppich und tust so, als würde es dir nichts ausmachen? Es gäbe noch eine 4. Option, die Daniel (und auch Paulus) gewählt haben: Sich an Gottes Gnade genügen lassen. Was könnte passieren, wenn du etwas Unveränderliches in deinem Leben einfach mal “akzeptieren” und darin mit Gottes Gnade rechnen würdest?

 

#4     Donnerstag, 16. Januar (Daniel 2:24-49)

Gott offenbart Daniel den Traum des Königs und seine Deutung. So kann Daniel den König besänftigen. In diesem Erlebnis sehen wir einen Gott, der echtes Interesse daran zeigt, sich zu offenbaren und zu retten! Im Gegensatz zur Beschreibung der chaldäischen Götter (Daniel 2,10+11) handelt Gott ganz anders.

Action Step

Wo bist du heute ganz konkret auf Gottes Offenbarung, sein Reden, seine Weisheit angewiesen?

 

#5    Freitag, 17. Januar (Daniel 3:1-18)

Ein neuer Tag in Babylon: Alle verneigen sich vor der goldenen Statue. Heute verehren wir vielleicht keine physischen Götzen mehr, aber wie oft verfallen wir dem Leistungsdenken unserer Gesellschaft und glauben, unser Wert hinge von unseren Erfolgen ab? Wie oft stehen wir im Fitnesscenter, nicht um unserer Gesundheit langfristig etwas Gutes zu tun, sondern um einem bestimmten Ideal zu entsprechen? Und wie oft verschieben wir die bedingungslose Annahme Gottes auf später, wenn wir uns der Liebe Gottes würdig genug erwiesen haben? Die Sache mit den Götzen bleibt für uns relevant: Auch wir rennen Idealen und Ansprüchen hinterher. Das muss nicht sein. Wir Christinnen und Christen sind zu einem Leben in Liebe und Gnade befreit – aber das braucht manchmal viel Mut.

Action Step

Jeder von uns gerät immer wieder mal in einen Wertekonflikt oder sabbotiert die eigene Entschlossenheit. Nimm deine Notizen vom 13. Januar nochmals zur Hand. Wo erkennst du schon einen kleinen Erfolg, Fortschritt, Sieg? Wo hast du dich selbst sabbotiert? Wie kannst du dich davor schützen? Was willst du weiter stärken?

 

#6    Samstag, 18. Januar (Daniel 3:19-30)

Die Weigerung, die goldene Statue anzubeten, bringt Daniels Freunde in eine Situation, die wir Christinnen und Christen in Westeuropa kaum nachvollziehen können. Ihr Glaubensbekenntnis zeugt von einer grossen Liebe und Loyalität zu Gott. Wenn es um Anbetung geht, sind sie kompromisslos: Ihre Knie beugen sie nur vor dem Einen, dem lebendigen Gott. Für diese Kompromisslosigkeit sind sie sogar bereit, sich im Feuerofen verbrennen zu lassen. Das muss man erst mal sacken lassen. Sie haben von Gott kein Versprechen, keine Zusage, keine Sicherheit, dass er sie retten wird. Oder zumindest nicht so, wie man es gerne erwarten würde. Sie geben Gott quasi die Erlaubnis, dass er anders kann und darf handeln, als sie es sich wünschen. Im „Und sollte er uns nicht retten“ leuchtet dennoch Hoffnung auf. So auswegslos die Situation scheint. Die drei Männer wissen sich in Gottes Hand und vertrauen auf seine Kraft. Ein echt starkes Glaubensbekenntnis!

Action Step

Heute gibt es keine “Stille Zeit”. Nimm dir bewusst Zeit laut zu bekennen, was du glaubst. Du tust dies nicht nur vor der unsichtbaren Welt, sondern insbesondere auch für dich selbst.

 

#7    Sonntag, 19. Januar (Daniel 3:31-4:16)

Nebukadnezar träumt erneut. Sofort ist für ihn klar: Daniel muss her. Doch dieser windet sich. Was er zu Nebukadnezars Traum zu sagen hat, ist unangenehm und könnte schwerwiegende Konsequenzen für ihn persönlich haben. Doch Daniel ist einmal mehr ein mutiges Beispiel, weil er letztlich die Wahrheit nicht verschweigt. Seine Entschlossenheit, wahrhaftig zu sein – so, wie er es schon am Anfang war, indem er sich selbst, seinem Glauben und seien Wertvorstellungen gegenüber treu bleibt – zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben.

Action Step

Heute ist “Prüfungstag”. Hier ein paar Ideen: – Schwimme heute in einer Sache mal mutig gegen den Strom – Wage heute deine eigene Meinung oder einfach mal Nein zu sagen, statt dich anzupassen – Bezeuge jemanden heute deinen Glauben – Tue heute mal etwas für dich Ungewohntes – Packe eine Unannehmlichkeit an, der du normalerweise ausweichst. Schreibe am Abend deine Erfahrungen auf und erzähle davon im SOFA.

 

#8    Montag, 20. Januar (Daniel 4:17-34)

Es ist ein krasses Erlebnis, durch das Nebukadnezar zu Gott findet: Obwohl er bereits einige Male vorher die Macht und Grösse vom Gott Daniels und seiner Freunde gesehen und bezeugt konnte, kam es nicht zur persönlichen Beziehung. Für Nebukadnezar blieb es der Gott Daniels und seiner Freunde. Erst jetzt erlebt er zum ersten Mal diesen Gott persönlich. Vorher hat er quasi Gott getroffen, nun ist er persönlich betroffen. Dieses Erlebnis verlangt von Nebukadnezar eine Antwort. Er beugt sich vor diesem Gott, preist ihn und macht ihn zu seinem eigenen. Uns darf es Mut machen, dass Gott zu jedem Herzen einen Weg finden kann.

Action Step

Für welche Menschen betest du, vielleicht sogar schon seit Jahren? Proklamiere heute über ihnen im Glauben, dass Gott mit jedem Menschen einen Weg findet.

 

#9    Dienstag, 21. Januar (Daniel 5:1-30)

Wir haben einige Male über Daniels Mut und seine Entschlossenheit gesprochen. Ein weiteres Merkmal seines Charakters ist jedoch auch die Art, wie er treu weitermacht. Daniel braucht keine Stimme vom Himmel, die ihm seinen Auftrag für den neuen König bestätigt: Er macht einfach weiter. Sei es Nebukadnezar, nun Belschazzar oder später Darius, Daniel tut weiterhin, was er immer getan hat: Träume deuten. Diese unaufgeregte Kontinuität inspiriert.

Action Step

Das Leben gleicht oft einem ständigen “kleine Brötchen backen”. Das kann manchmal ermüdend sein. Überlege dir bewusst, warum du tust, was du tust. Falls dir Motivation fehlt, dann lies Mt 25:21.

 

#10    Mittwoch, 22. Januar (Daniel 6:1-29)

Es braucht viel Durchhaltevermögen, dass Daniel durch seine Hochs und Tiefs weitermacht. Bereits gestern haben wir von seiner unaufgeregten Kontinuität gelesen. Heute sehen wir sie einmal mehr. Ob Daniel vom König anerkannt und wertgeschätzt wird, oder ob dieser seinen Glauben einschränkt: Daniel betet weiter. Er lässt sich nicht von aktuellen Entwicklungen verunsichern, sondern steht fest. Dass seine Standhaftigkeit und seine Weisheit dem König Halt geben – und dieser seine Entscheidung am liebsten rückgängig machen würde – illustriert die Kraft dieses Verhaltens.Action Step

Wo ist von dir Durchhaltevermögen gefordert in dieser Woche? Schreibe dir Psam18:33 auf einen Zettel und klebe ihn an den Spiegel oder sonst einen gut ersichtlichen Ort.

 

#11    Donnerstag, 23. Januar (Daniel 7:1-28)

Das Interessante an dieser Vision ist nicht ihr Inhalt, sondern Daniels Reaktion: Er ist verstört! Daniel zeigt also keine oberfromme, sondern eine sehr menschliche Reaktion. Es ist mehr als natürlich, dass man solche Visionen nicht versteht und viele Fragen hat. Die Vision der vier Tiere nimmt übrigens den Faden aus Daniel 2 mit den vier Reichen wieder auf.

Action Step

Mit offenen Fragen leben ist nicht leicht. Schreibe ein bis zwei davon in dein Tagebuch und bitte Gott konkret um sein Reden dazu. Achte darauf, ob Gott dir auf irgendeine Weise in den nächsten Tagen eine Antwort dazu schenkt. Übrigens: Auch Gottes Schweigen kann eine Antwort sein.

 

#12    Freitag, 24. Januar (Daniel 7:13-15 + Matthäus 16:13-20)

Gestern haben wir darüber gesprochen, dass Visionen furchteinflössend sein können. Während das stimmt, ist es aber auch erleichternd zu wissen, dass Visionen auf ein Ziel zu laufen. Im heutigen Text fokussieren wir uns daher auf einen Begriff, den man leicht überliest: „Menschensohn“. Jesus spricht im Neuen Testament (siehe zweite Lektüre) von sich als Menschensohn. Die Vision mag vernebelt klingen, aber darüber hinaus verschafft sie Klarheit: Sie verheisst eine Person, die wir kennen und sehr schätzen.

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Als Menschensohn bzw. ganz normaler Mensch kannte Jesus Furcht und Angst genau wie wir und trotzdem wich er dem brutalen Tod am Kreuz nicht aus. Woher nahm er die Kraft dafür? Lies dazu Heb.12:2 und wirf ein Blick “über die Wolken” und otiere, was du dort siehst/hörst/erlebst.

 

#13   Samstag, 25. Januar (Daniel 8:1-27)

Einmal mehr ist nicht in erster Linie Vision interessant, sondern vielmehr Daniels Reaktion: Sie haut ihn wortwörtlich um und er liegt krank im Bett. Nach einigen Tagen steht er auf und macht weiter, obwohl er nach wie vor sehr verstört ist. Daniel lässt sich wirklich nicht unterkriegen. Treu und gehorsam steht er auf – das muss ihn viel Kraft gekostet haben.

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Wo stehst du heute od. öfters mal in Versuchung aufzugeben?  Erzähle heute jemandem davon und bitte ihn um Gebet/Segen.

 

#14    Sonntag, 26. Januar (Daniel 9:1-19)

Daniel ist kein Übermensch, trotz seiner unglaublichen Treue. Hier lesen wir davon, dass er anscheinend genug hat, am Hof des Königs zu dienen. Er versucht herauszufinden, wie lange Jerusalem noch zerstört bleiben soll. Was mit einem trotzigen „Ich will endlich Nachhause“ beginnt, kehrt sich aber im Verlauf des heutigen Abschnitts: Daniel beginnt nachzudenken und bittet Gott um Vergebung für die Sünden seines Volkes. An Ende steht nicht die Rückkehr nach Jerusalem im Zentrum, sondern eine Umkehr in Daniels Herz.

Action Step

Meditiere heute für fünf Minuten Jesaja 30:15. Danach nimm dir Zeit Gott laut anzubeten. Versuche es – wenn es für dich ungewohnt ist – mal in einer knieenden Haltung zu tun.

 

#15    Montag, 27. Januar (Daniel 9:20-27)

Daniels Fürbitte für Jerusalem endet mit einem Besuch vom Engel Gabriel. Sein Gebet verpufft nicht im All, sondern zeigt Wirkung. Wir haben wahrscheinlich noch kaum einen Engel nach unseren Gebeten kommen sehen, aber wir dürfen zuversichtlich sein, dass auch unsere Gebete nicht im All verpuffen.

Action Step

Bete heute nicht nur für deine V.I.P.s sondern schreibe ihnen kurz, was du an ihnen schätzst und/oder was sie für dich bedeuten.

 

#16    Dienstag, 28. Januar (Daniel 10:1-14)

Geistlichen Kampf gibt es, sonst wäre der Bote früher bei Daniel erschienen. Umso zentraler ist es für uns zu wissen, dass Gott stark ist und auf unserer Seite steht. Es mag Dinge geben, die sich gegen uns stellen – doch wir dürfen mit der Kraft Gottes rechnen, die stärker ist als jede andere Macht.

Action Step

Lerne heute Römer 8:31+38 auswendig.

 

#17    Mittwoch, 29. Januar (Daniel 10:15-21)

Der Bote spricht Daniel Liebe, Mut und Stärke zu. Man könnte meinen, dass ein Bote Wichtigeres zu sagen hätte, als Daniel zu ermutigen. Und dennoch tut er es – eine erfrischende Abwechslung, die wir uns auch immer wieder vergegenwärtigen sollten!

Action Step

Sicher kennst du jemanden, der gerade eine schwierige Zeit durchmacht. Sende ihm eine ermutigende Nachricht.

 

#18    Donnerstag, 30. Januar (Daniel 11:1-45)

Die Prophezeiungen über die verschiedenen Reiche und ihre Herrscher darf man gelassen nehmen. Sie zeigen in erster Linie nicht, wie schrecklich die Zukunft wird, sondern dass Herrscher kommen und gehen. Wo es scheint, dass ein Reich dominiert oder eine Macht viel zu lange herrscht und Alles verpfuscht, wirkt es aus Distanz weit weniger eindrucksvoll. Auch sie sind nur vergänglich.

Action Step

Lies dazu Prediger 3:12 und nimm dir heute mehr Zeit als sonst, Gott für alle das Gute in deinem Leben zu loben und zu danken!

 

#19    Freitag, 31. Januar (Daniel 12:1-13)

Daniel fragt zwei Mal, wann die Dinge eintreffen, die ihm hier prophezeit werden. Die Antwort lautet zwei Mal: „Daniel, geh den Rest deines Weges.“ Einmal mehr bleiben die genauen Zahlen, Tage und Daten verschlossen. Viel wichtiger als alle Prophezeiungen ist, dass wir mutig vorangehen und unseren Weg gemeinsam mit Gott gehen.

Action Step

Lies heute deine Tagebuch-Notizen nochmals durch. Welche konkrete Erlebnisse ermutigen dich zum weiter gehen? Erzähle anderen davon – im SOFA, im Team, im Gebetsmeeting oder gar in deinem nicht-christlichem Umfeld. Du wirst staunen, wie ermutigend deine Geschichten für andere sind.

 

#20    Samstag, 1. Februar

Action Step

In den letzten 20 Tagen haben wir Daniel, seinen Charakter und seine Umstände besser kennengelernt. Wir haben viel darüber gelesen, wie er als Person mit den Herausforderungen seiner Zeit umgegangen ist und wie tief seine Beziehung zu Gott wurzelte. Was hat dich am meisten inspiriert? Was fordert dich an Daniels Glaubensleben heraus? Nimm dir heute nochmals bewusst Zeit um darüber nachzudenken, wie du die 20 Tage mit Daniel erlebt hast und was du mitnehmen möchtest.